🎧 Track 11 – Das Fahrrad ohne Gangschaltung
Als Wege noch gespürt wurden.
Das Fahrrad war kein Sportgerät.
Es war Fortbewegung.
Und ein Stück Freiheit.
Es stand einfach da
Im Hof.
Im Keller.
Angelehnt an eine Wand.
Nicht geschniegelt.
Nicht perfekt.
Ein bisschen schief.
Ein bisschen zu klein.
Oder schon fast zu groß.
Aufsteigen und losfahren
Man setzte sich drauf.
Stieß sich ab.
Und fuhr.
Ohne lange zu überlegen.
Ohne Helm.
Ohne Plan.
Keine Gänge, kein Wechsel
Es gab keinen Knopf.
Keinen Hebel.
Kein leicht oder schwer.
Es gab nur:
Treten.
Oder nicht treten.
Hügel waren eine Entscheidung
Wenn es bergauf ging, wurde es anstrengend.
Langsam.
Zäh.
Die Beine wurden schwer.
Man stand auf den Pedalen.
Drückte sich hoch.
Oder stieg ab.
Und schob.
Bergab war ein Geschenk
Dann ließ man rollen.
Der Wind wurde stärker.
Die Straße zog vorbei.
Man hörte das Geräusch der Reifen.
Ein gleichmäßiges Summen.
Wege waren länger
Nicht, weil sie es waren.
Sondern weil man sie spürte.
Jede Strecke hatte Gewicht.
Zeit.
Anstrengung.
Kleine Reparaturen
Die Kette sprang ab.
Die Bremse quietschte.
Der Reifen war platt.
Man kümmerte sich irgendwie darum.
Oder fuhr trotzdem weiter.
Man war unterwegs
Nicht erreichbar.
Nicht kontrolliert.
Einfach unterwegs.
Zwischen Orten.
Zwischen Terminen.
Zwischen allem.
Und man kam an
Nicht sofort.
Aber irgendwann.
Mit warmen Beinen.
Mit etwas schnellerem Atem.
Und mit dem Gefühl, es selbst geschafft zu haben.
Vielleicht war genau das das Besondere
Dass Wege nicht nur zurückgelegt wurden.
Sondern erlebt.
Mit jedem Meter.
Und vielleicht erinnert man sich deshalb noch daran
Wie sich der Asphalt anfühlte.
Wie der Wind war.
Und wie es war, einfach loszufahren.
Track 11 endet hier.