🎧 Track 09 – Der Kiosk an der Ecke
Als ein paar Münzen noch gereicht haben.
Der Kiosk war nie weit weg.
Man wusste, wo er war.
Auch ohne nachzudenken.
Eine Ecke weiter.
Am Ende der Straße.
Neben der Bushaltestelle.
Ein kleiner Laden.
Oder nur ein Fenster.
Aber immer ein Ort, an dem etwas möglich war.
Der Weg dorthin
Man hatte ein paar Münzen in der Hand.
Nicht viel.
Vielleicht eine Mark.
Vielleicht ein bisschen mehr.
Man ließ sie durch die Finger gleiten.
Spürte ihr Gewicht.
Und machte sich auf den Weg.
Allein.
Oder mit anderen.
Schon unterwegs begann das Überlegen.
Was nehme ich heute?
Die Auslage
Am Kiosk war alles sichtbar.
Nichts war versteckt.
Süßigkeiten lagen in Reihen.
Bunt. Grell. Verlockend.
Kaugummistreifen in kleinen Päckchen.
Brausepulver, das auf der Zunge prickelte.
Lutscher, die zu groß für die Hosentasche waren.
Dazu Zeitschriften.
Comics.
Manchmal eine Bravo.
Alles wirkte gleichzeitig wichtig.
Und gleichzeitig zu viel.
Die Entscheidung
Man konnte nicht alles nehmen.
Das war klar.
Also begann das Rechnen.
Im Kopf.
Wenn ich das nehme…
reicht es noch für das?
Oder lieber zwei kleine Sachen statt einer großen?
Man stellte sich vor, wie es schmecken würde.
Wie lange es hält.
Und ob es sich lohnt.
Der Moment am Tresen
Dann trat man vor.
Legte die Münzen hin.
Langsam.
Zählte sie vielleicht noch einmal.
Der Blick ging kurz zum Verkäufer.
Reicht das?
Ein kleines Nicken.
Oder ein kurzer Kommentar.
„Passt schon.“
Und dann gehörte es einem.
Draußen war es besser
Man ging wieder raus.
In die Luft.
Auf die Straße.
Zu den anderen.
Dort wurde ausgepackt.
Geteilt.
Getauscht.
Oder heimlich allein gegessen.
Die Süßigkeiten schmeckten draußen anders.
Besser.
Mehr als nur ein Einkauf
Der Kiosk war kein Supermarkt.
Er war ein Ort für kleine Entscheidungen.
Für Selbstständigkeit.
Für dieses Gefühl:
Ich habe mir das selbst ausgesucht.
Vielleicht war es genau das
Dass wenig genügte.
Dass ein paar Münzen ausreichten.
Und dass ein kurzer Weg zum Kiosk
den ganzen Nachmittag verändern konnte.
Track 09 endet hier.